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Der Autor

Johann Nepomuk Nestroy wurde als zweites von acht Kindern einer angesehenen Wiener Bürgerfamilie geboren. Er sollte – wie sein Vater, der „Hof- und Gerichtsadvokat“ Johann Nestroy – Jurist werden, interessierte sich aber mehr für das Theater. Nestroy besuchte das Akademische Gymnasium, später das Schottengymnasium, begann erst ein Philosophie- und schließlich ein Jurastudium, spielte aber zu dieser Zeit bereits auf Liebhaberbühnen. 1822 begann der Bassist seine Karriere als Opernsänger am Hoftheater in Wien, 1823 ging er an das Deutsche Theater in Amsterdam, wo er zwei Jahre blieb. Später wurde er Schauspieler an den Theatern in Brünn, Graz, Preßburg und Lemberg. Dabei wechselte er von der Opern- zur Theaterbühne. Schon während dieser Zeit versuchte er sich als Bühnenschriftsteller. 1826 wurde sein Stück „Die Verbannung aus dem Zauberreiche“ im Schauspielhaus Graz uraufgeführt.

1831 bekam er sein erstes Engagement im Theater an der Wien. Schon bald hatten ihn die Wiener ins Herz geschlossen und zählten ihn zu den beliebtesten Volksschauspielern und Possendichtern. Sein erster großer Erfolg als Autor war die Zauberposse „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ (1833). Doch auch mit den Possen „Der Talisman“, „Einen Jux will er sich machen“, „Zu ebener Erde und erster Stock“ feierte er Erfolge.

Seine erste Frau (Wilhelmine von Nespiesni) ging ihm mit einem Aristokraten durch. Seine zweite Frau, die Sängerin Marie Weiler, mit der er allerdings nie verheiratet war und die er in seinen Briefen immer als „die Frau“ bezeichnete, liebte er zwar innig, betrog sie allerdings ständig. Sie schenkte ihm zwei Kinder (Carl und Marie) und war ihm bis an sein Lebensende eine große Stütze in finanziellen und auch administrativen Dingen. Nestroy betont in seinem Testamente ausdrücklich, dass er nur ihr sein Vermögen zu danken habe. Neben Legaten für seine Kinder und Geschwister hat er sie zur Universalerbin gemacht.

1845 traf Nestroy Wenzel Scholz, mit dem er als Komikerpaar auftrat. Berühmt wurde u.a. ihr Zusammenspiel als Herr von Lips und Schlosser Gluthammer in Nestroys „Der Zerrissene“.

Ab 1854 leitete Nestroy das Leopoldstädter Theater bis 1860. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Graz und Bad Ischl. Nestroys letzte Rolle war der Knieriem in „Der böse Geist Lumpazivagabundus“.

Produktion 2012 - Es Fräulein ohni Adrässe

Lustspiel in drei Akten

von Johann Nepomuk Nestroy

Schweizerische Mundartbearbeitung von Arthur Müller

Das Stück " Es Fräulein ohni Adrässe“ beginnt in einer noblen Villa. Frau Baggenstoss, die junge, reiche Witwe, die  sich wieder zur Ehe entschlossen hat, wartet auf Ihren Bräutigam. Die Gäste treffen ein, aber vom Bräutigam Ferdinand Häfeli keine Spur. Herr Biedermann, ihr Onkel, er müsste wohl eher Lebemann heissen, macht sich langsam Sorgen. Mit dieser Heirat würde er seine Stellung und natürlich auch sein Vermögen absichern. Und es kommt wie befürchtet, der Bräutigam hat sich Hals über Kopf in ein Fräulein verliebt, von der er nicht einmal die Adresse kennt.

Wie in noblen Kreisen üblich, möchte man dieses Problem diskret lösen. Der Agent Kobi Wunderli (heute würde man ihn Privat-Detektiv nennen) soll es richten und den Ferdinand wieder auf den rechten Weg, d.h. zu Frau Baggenstoss  bringen. Ob ihm dies gelingt, sei jetzt nicht verraten. Lassen wir uns lieber überraschen: Was Wunderli wirklich gelingt ist viel mehr, als er sich je erträumt hat. Aus dem witzigen und lebhaften Lustspiel entwickelt sich ein kleiner (Biedermaier-) Krimi. Dieser endet für fast alle glücklich und zuletzt bekommt auch das „Fräulein“ wieder eine Adresse.

Die Handlung dieses Stückes ist vielschichtig, witzig, lebt von interessanten Figuren und bleibt spannend bis zum Schluss.

 

Pressebericht der NLZ vom 16.04.2012

Die Bilder zum Stück finden Sie hier.

Das Programmheft finden Sie hier.